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Flamenco trifft Schiller

Am 14. September 2018 fand in der Röttgener Buchhandlung eine Veranstaltung mit dem Gitarristen Georg Kempa und dem Schauspieler Uwe Neumann statt.



Flamenco und klassische deutsche Dichtung?
Da stehen sich doch zwei völlig unterschiedliche Genres völlig fremd und fremdelnd gegenüber, möchte man meinen. Der Gitarrist Georg Kempa und der Schauspieler Uwe Neumann suchen in ihrem durchaus experimentellen Programm nach verborgenen Verwandtschaften, nach möglichen Wechselwirkungen und gegenseitigen Befruchtungen zwischen den Kulturen. Und fügen so zusammen, was scheinbar nicht zusammengehört. In der Brücke am Tay von Fontane zum Beispiel, imitiert die Gitarre lautmalerisch den drohend sich der Brücke nähernden Zug und treibt ihn mit immer schnellerem Rhythmus der Katastrophe zu, treibt auch den Schauspieler weiter, der sich zunächst dagegenstemmt mit seiner Erzählung, dann aber nur noch aufspringen kann auf das entfesselte Gitarrentepo, bis beide in einem gewaltigen Fortissimo enden. Das Unglück ist geschehen, und es folgt eine fassungslose Generalpause beider Akteure. Bis die Gitarre aufs neue die Initiative ergreift und mit einem leicht bewegten Fandango das Klangbett schafft, in dem der Darsteller die drei Hexen von Anfang wieder auftreten lässt, die die Katastrophe verursacht hatten - und sie nun höhnisch kommentierend zum Anlass nehmen, naive Technikgläubigkeit in Frage zu stellen.

Wir danken Uwe Neumann und Georg Kempa für diesen unterhaltsamen Abend, an dem wir alle überrascht waren, wie sehr sich Flamenco und deutsche Dichtung ergänzen.
Ein Dank gilt auch den zahlreich erschienen Gästen!





















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